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Für alle die aus dem Norden kommen, gilt Orange als das Tor der Provence. Die Stadt liegt im Rhone-Tal und profitiert somit vom fruchtbaren Schwemmland. So werden hier Obst und Gemüse als auch Wein angebaut. Berühmt geworden ist die Stadt vor allem durch ihre zahlreichen Zeugnisse aus römischer Zeit. Das römische Theater ist das besterhaltene und eines der schönsten der Antike. Als einzigstes seiner Art hat es sich eine 3,55 m große Statue des Kaisers Augustus bewahrt, der mit erhobener Hand die Menge grüßt. Einzigartig ist die Akustik des Theaters, die noch heute 10 000 Zuhörer bei sommerlichen Konzerten erstaunen lässt. Den Abschluss eines 400 m langen Stadion bilden die Ruinen eines großen, römischen Tempels, der an der Westseite des Theaters liegt. Gegenüber befindet sich das Musée Municipal (Städtisches Museum), das u. a. antike Fragmente enthält und über Architektur und Technik des römischen Theaters informiert. Auf der Colline St-Eutrope ist ein schöner Park angelegt. Von der Nordseite hat man einen ausgezeichneten Blick über die Stadt und auf den Mont Ventoux. Sehenswert ist auch der von Platanen umrahmte Arc de Triomphe, der zu Ehren Caesars 49 J. v. Chr. errichtet wurde. Trotz seiner Verwitterung ist es der schönste Frankreichs.  Quelle: Maison de la France / M. Angot
Umgeben von Bergen, in einer fruchtbaren Ebene liegend, findet man die ehemalige Hauptstadt der Provence, Aix. Viele alte Paläste, vor allem aus dem 17. und 18. Jh., sowie die Kunstschätze in Museen und Kirchen zeugen von der glanzvollen Vergangenheit der Stadt. Aix gilt auch heute noch als geistiges Zentrum der Provence durch den Sitz eines Erzbischofs. Die breite Cours Mirabeau, die 1651 angelegt wurde, grenzt die Altstadt im Süden von den neueren Stadtteilen ab. Auf dieser, von alten Platanen beschatteten Promenade, stehen drei Brunnen, deren mittlerer, die Fontaine Chaude, von Thermalwasser gespeist wird. Auf der Place du General-de-Gaulle befindet sich die große Fontaine de la Rotonde. Mehrere eindrucksvolle Bauten säumen die Straße. Wie zum Beispiel die Tour de l‘Horloge, ein Uhrturm der um 1510 erbaut wurde. Das einstige Stadttor wurde auf römischen Fundamenten gebaut und im Jahre 1661 wurde die astronomische Uhr eingesetzt. Im Norden der Altstadt steht die Kathedrale, die durch ein romanisches Portal betreten wird. Diese wurde zwischen dem 12. und 17. Jh. in mehreren Phasen errichtet. Westlich der Kathedrale führt die Rue du Bon Pasteur zu dem auf römischen Unterbauten errichteten Thermalbad. Das Heilwasser wird zu Trink- und Badekuren verwendet. Außerhalb der damaligen Stadtmauern liegt der 1664-1667 für den Duc de Vendome errichtete und im 18. Jh. umgestaltete Pavillion, der von einem kleinen Park umgeben ist. Die Ausgrabungsstätte des keltoligurischen Siedlungsplatzes Oppidum d‘Entremont liegt nördlich von Aix. Von der strategisch hervorragend gelegenen Siedlung sind rund 4 ha freigelegt, wobei Pfeilerbruchstücke die Anlage einzelner Bauwerke und Siedlungsteile kennzeichnen. Ein Mosaikfußboden und Reste, die auf das Vorhandensein von sog. Beinhäusern schließen lassen, zeugen von einem auf der Höhe angelegten Heiligtum, das im Jahre 123 v. Chr. zerstört wurde. Die kleine Industriestadt Carpentras liegt zwischen dem Mont Ventoux und dem Plateau de Vaucluse in einer sich zur Rhone öffnenden Ebene. Nördlich des Stadtkerns fließt der Auzon vorbei. Mitten in der Stadt erhebt sich die gotische Kathedrale St. Siffrein (1405-1509). Im reich dekorierten Inneren sind einige Tafelbilder sowie der Kirchenschatz sehenswert. An der Nordseite der Kirche sind Reste des romanischen Baues zu sehen, ferner ein römischer Triumphbogen. Ganz in der Nähe des Massives des Mont Ventoux, der mit seinen 1909 m die Vaucluse beherrscht, bildet es gleichzeitig die Kernlandschaft der Provence und ideales Terrain für Sportler und Unternehmungslustige. Das kleine Städtchen Castellane liegt im Südosten der Provence am Verdon, der westlich von hier die berühmten Schluchten durchströmt. Am Nordrand von Castellane befinden sich noch Reste der alten Ummauerung mit der Tour Pentagonale, dem fünfeckigen Turm. Weiterhin sehenswert ist die Kirche St. Victor aus dem 12. Jh. stammend, sowie die Fontaine aus Lions. Über dem Städtchen ragt ein Felsblock 184 m hoch auf, auf diesem thront die kleine Wallfahrtskapelle Notre-Dame-du-Roc.  Quelle: Maison de la France / Jean Malburet
 Quelle: Maison de la France / Jean Malburet
Die einstige Papstresidenz Avignon, heute Hauptstadt des Département Vaucluse und Sitz eines Erzbischofs, wird wegen seiner vielen Kunstschätze und den zahlreichen Festivals gerne besucht. Das Stadtbild wird beherrscht vom riesigen Papstpalast. Anlass für die Errichtung dieses großartigen Beispiels gotischer Architektur im 14. Jh. war die Verlegung der Kurie von Rom nach Avignon. Eigentlich besteht der Palast aus zwei Bauwerken, dem spartanischen Alten Palast Benedikts XII. und dem prächtigen Neuen Palast Klemens VI. Das Bauwerk ist von der UNESCO zum Weltkulturgut erklärt worden. Im Sommer finden hier viele Festspiele statt, bei denen der Hof als würdige Kulisse dient. Durch das Kinderlied zu weltweiter Berühmtheit gelangt, ist die Brücke „Pont St. Bénézet“. Einst war sie 900 m lang und verband Avignon mit Villeneuve. Durch Kriege und Rhôneströmungen immer wieder zerstört wurde sie mehrfach wieder aufgebaut. Seit fast 3 Jh. spiegelt sich nun die Ruine im Wasser. Nimes ist an antiken Bauwerken die reichste Stadt Frankreichs und liegt reizvoll im hügeligen Vorland der Cevennen, nordwestlich vom Rhone-Delta, zwischen Avignon und Montpellier. Das alte Nemausus war die Hauptstadt der Volcae Arecomici, die ihre Stadt um eine Quelle, deren Geist unter dem Namen Nemausus verehrt wurde, gegründet hatten. Im Jahre 121 unterwarf sich Nemausus den Römern, und bald darauf wurde es eine der bedeutendsten Städte Galliens, an der die größte Straße von Italien nach Spanien vorbeiführte. Von ihrem Glanz zeugen die alten Bauten und die umfangreichen Stadtmauern. Eine Hauptsehenswürdigkeit von Nimes ist das ziemlich in der Stadtmitte gelegene Amphitheater . Es stammt aus dem 1. Jh. und ist 133 x 101 m groß, sowie 21 m hoch. Es bot Raum für 21.000 Zuschauer. Es war zwar nicht das größte, aber besonders im Oberbau eines der am besten erhaltenen aller 70 bekannten römischen Amphitheater. Die 60 Bögen der Umgänge sind im Untergeschoss mit Pilastern, oben mit dorischen Halbsäulen geschmückt. Der reichgeschmückte Haupteingang liegt an der Nordwestseite und durch die 124 Ausgänge konnten die Besuchermassen das Theater in wenigen Minuten verlassen. Im 5. Jh. bauten die Westgoten die Arena zu einer Festung aus und im Mittelalter diente sie als Ritterburg, dann als Wohnviertel für rund 2000 Menschen, mit einer eigenen Kapelle. Auf der Esplanade Charles de Gaulle ist ein Marmorbrunnen von 1848, der die Personifizierung von Nimes darstellt. Nordwestlich vom Amphitheater steht an der Place de la Cornedie die Maison Carree, ein hervorragend erhaltener römischer Podiumstempel aus der Zeit des Ausgustus (20-12 v. Chr.) mit hohen korinthischen Säulen. Im Mittelalter diente der Bau zeitweise als Kloster, im 18. Jh. wurde er restauriert, heute befindet sich in seinem Innern das Musee des Antiques mit römischen Statuen, Bronzen, Mosaiken und Reliefs. Westlich der Maison Carree liegt der schöne Jardin de la Fontain, ein Quellgarten, der um 1750 unter Einbeziehung antiker Ruinen eines Quellheiligtums geschaffen wurde. Diese Parkanlage ist von Kanälen mit Grotten und Brücken durchzogen, sowie mit lebensvollen barocken Statuengruppen und Vasen ausgestattet. Am Westrand des Parks steht der sog. Dianatempel, ein teilweise eingestürzter, schöner Quaderbau, der vermutlich zu den römischen Thermen gehört hatte. Über dem Jardin erhebt sich der 114 m hohe Mont Cavalier mit schattigen Promenadenwegen und südlicher Flora und auf seinem Gipfel steht die Tour Magne, ein 30 m hohes römischen Monument aus der Zeit um Christi Geburt. Von dieser Plattform aus hat man eine herrlich weite Aussicht. Beim Fort wurden 1884 die Reste eines antiken Wasserschlosses entdeckt, welches das über den Pont du Gard herangeführte Wasser in der Stadt verteilte. Erhalten ist ein rundes Sammelbecken, von dem zehn Versorgungsleitungen in die einzelnen Stadtbezirke abgingen. Im Mittelpunkt der Altstadt und östlich vom Uhrturm (14. Jh.) steht die Kathedrale vom Ende des 11. Jh.s. Am Giebel der Westfassade hat sie ein romanisches Relieffries mit Szenen aus der Schöpfungsgeschichte. Rund 25 km nordöstlich von Nimes befindet sich der Pont du Gard, ein 49 m hohen und 275 m langer Aquädukt, der das tief eingeschnittene Tal des Gard oder Gardon überspannt. Der wohl um 19. v. Chr. errichtete dreistöckige Bau ist eines der gewaltigsten und besterhaltensten Römerbauwerke überhaupt. Auf der obersten Bogenreihe verlief in einem gedeckten Kanal die insgesamt 41 km lange Wasserleitung nach Nimes, man errechnete, dass täglich rund 20.000 Kubikmeter Wasser in die Stadt flossen. Das Leitungsende und die Verteilerstation war das Castellum, ein Wasserschloss. Die Straßenbrücke in Höhe des ersten Stockwerkes wurde im Jahre 1747 angefügt.  Quelle: Maison de la France / Philippe Maille
Das Kloster Sénanque bei Gordes ist das schönste der drei provenzalischen Zisterzienserklöster und ein Edelstein abendländischer Romanik. Am Ende eines duftenden Lavendeldeltas und inmitten der stillen Bergwelt meint man die spirituelle Kraft des Mönchordens noch spüren zu können.  Quelle: Maison de la France / Daniel Philippe
Arles, einst römische Hauptstadt, ist eine Stadt mit großer Vergangenheit. Noch heute zeugen beeindruckende römische und mittelalterliche Baudenkmäler von ihrer bewegten Geschichte. Auch gibt es Erinnerungen an den Maler Vincent von Gogh, der 1888 und 1889 hier lebte. Das römische Amphitheater aus dem 1. Jh. n. Chr. ist das größte und bedeutendste Bauwerk der Stadt. Von oben genießt man einen wunderschönen Ausblick über die Dächer der Altstadt und die Umgebung. Heute finden noch Stierkämpfe in der Arena statt. Auf dem Place de la République findet man einen 15 m hohen Obelisken, den Cäsar aus Ägypten mitgebracht und im römischen Zirkus am Ziel der Wagenrennen aufgestellt haben soll. An der Ostseite des Platzes steht die ehem. Kathedrale St-Trophime. Die harmonischen Proportionen und die Schönheit der Figuren haben den kleinen Kreuzgang zum berühmtesten der Provence gemacht. Über den Boulevard des Lices nach Süden erreicht man den Alyscamps, eine römische Begräbnisstätte, die später zu einem christlichen Friedhof geweiht wurde und im Mittelalter weithin berühmt war. Am Ende einer sarkophaggesäumten Allee steht noch Saint-Honorat, die letzte von 19 Kirchen und Kapellen, die es im 13. Jh. hier gab. Auf dem Kamm der Alpillen, den „kleinen Alpen“, liegt ein ganz außergewöhnlicher Ort: Les Baux. Diese riesige Schlossruine, wo Fels und Gemäuer eins zu sein scheinen, lässt einen beim Blick hinab ins Val d‘Enfer erschaudern. Im 12. und 13. Jh. war Les Baux die Hauptstadt einer Grafschaft und zählte über 3000 Einwohner. Berühmt war der "Liebeshof", Sammelpunkt der Troubadoure und Zentrum höfischer Dichtkunst. 1632 wurde es unter Ludwig XIII. als Hugenottenhochburg zerstört. St-Rémy-de-Provence liegt an den nördlichen Ausläufern der Alpillen, ca. 20 km von Avignon entfernt. Die Glanum, eine bedeutende griechisch-römische Stadt, und ein Aufenthaltsort von Vincent van Gogh haben die Stadt bekannt gemacht. Nach Arles war St-Rémy der wichtigste Ort für sein Schaffen, weil er hier viele Motive für seine Bilder erhielt. Südlich der Stadt stößt man auf die Reste der im Jahre 480 von den Westgoten zerstörten griechisch-römischen Siedlung Glanum Livii. Neben den zahlreichen Mauerresten auf dem ausgedehnten Ausgrabungsgelände betritt man zunächst einen Ausstellungsraum mit anschaulichen und informativen Illustrationen und Modellen der antiken Situation. Nicht weit entfernt von der griechisch-römischen Siedlung findet man das Augustinerkloster aus dem 12. Jh. St-Paul-de-Mausole mit seiner romanischen Kirche und einem schönen Kreuzgang. Van Gogh verbrachte hier ein Jahr in der damaligen Heilanstalt für psychisch Kranke. 
Die in Südfrankreich gelegene Camargue umfasst die rund 720 qkm große Grande Camargue, zwischen Grand Rhone und Petit Rhone, den beiden Mündungsarmen des sich kurz vor Arles teilenden Stromes und die etwa 200 qkm große Petit Camargue westlich des Petit Rhone. Größtenteils besteht sie aus flachen Strandseen und schilfdurchwachsenen Sümpfen oder dürren Salzflächen und Dünen. Sie bietet ein Zuhause für zahlreiche seltene Wasservögel und andere Tiere. Reitende Hirten hüten auf den Weideflächen halbwilde Herden von Schafen, kleinen schwarzen Rindern und kleinen hellgrauen Pferden. Der südliche Teil der Grande Camargue ist seit 1975 Naturschutzgebiet. Hinter Mejanes liegt der größte Strandsee der Camargue, er ist von einem Schilfgürtel umgeben und hat eine Durchschnittstiefe von nur etwa 50 cm. Bei Etang de Gines, einem kleinen Strandsee, befindet sich ein Informationszentrum, welches Erläuterungen zur Entstehungsgeschichte und zur Flora und Fauna der Camargue bereithält. In Pont de Gau, einem 12 ha großen Vogelschutzpark, leben zahlreiche einheimische und fremde Vogelarten. Die Stadt Aigues-Mortes ,liegt am Rande der westlichen Camargue. Ihren Namen „Stadt der toten Wasser“ verdankt sie den Sümpfen und flachen Teichen der Umgebung. Die Mauern und Türme ließ Ludwig der Heilige und sein Sohn, Philipp der Kühne im 13. Jh. erbauen. Der mächtigste Turm der Stadtmauer ist die Tour de Constance (Turm der Standhaftigkeit), sie bildet die nördliche Ecke des Mauerringes und diente mehrere Jahrhunderte als Gefängnis. Vom 54 m hohen Turm, der früher einen Leuchtturm trug, bietet sich ein schöner Blick auf das Umland. Lohnend ist auch ein Rundgang über die Mauern. Bei Salin-de-Giraud liegen riesige Salzgärten, in denen durch stufenweises Verdunsten des Meerwassers Salz gewonnen und in chemischen Fabriken teilweise zu Brom- und Magnesiumsalzen weiterverarbeitet wird. Der bedeutendste Ort der Camargue ist das im äußersten Westen gelegene Saintes-Maries-de-la-Mer. Den Namen verdankt die Stadt einer Legende, demzufolge die drei Marien aus Palästina kommend, 40 n. Chr. hier gelandet sind. Diese wurden von ihrer schwarzen Dienerin, der heiligen Sara, die zur Schutzpatronin der Zigeuner wurde, begleitet. Die festungsähnliche Kirche stammt aus dem 10., 12. und 15. Jh. und beinhaltet im Innern ein Brunnen für den Fall einer Belagerung. In einer Kapelle über der Apsis befinden sich die Reliquien der beiden ersten Marien, in einer Krypta liegt ihre schwarzen Dienerin Sara. Die Reliquien sind Ziel von großartigen Zigeunerwallfahrten. Am südlichen Ortsrand steht die Arena in der im Sommer Stierkämpfe und ähnliche Veranstaltungen stattfinden. Die Schönheit und Einzigartigkeit der Camargue erleben sie am besten bei einem Ausritt mit den Wildpferden. Anhand einer prachtvollen Sammlung von Destillierapparaten, aus dem 16. Jh. bis heute, wird die 400 Jahre alte Geschichte der Lavendeldestillation sowie ihrer Nutzung in der Heilkunde und Kosmetik veranschaulicht. In einem 10 min Film (mehrsprachig!) wird gezeigt wie heutzutage ein Familienbetrieb 80 ha Lavendel erntet und destilliert. Der Hof der Familie Lincelé, die auch das Museum betreibt, liegt in den Bergen des Mont du Vaucluse, in Lagarde d´Apt (1100 m). Produkte aus eigener Herstellung wie Kosmetikprodukte und ätherische Öle können im hauseigenen Laden erworben werden. Über einen Audioguide – erhältlich in deutsch, französisch und englisch - erfahren Sie die ganze Geschichte des Lavendels. Es führt Sie durch das Museum und gibt Ihnen einen Einblick in die verschiedenen Bereiche, die Destillation und die Benutzung des Lavendels.
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